Fachbeiträge für Praxis und Pflege · Aktualisiert am · 3 Min. Lesezeit
Sterilgut richtig lagern: Bedingungen, Fristen und Kontrolle
Steril bleibt ein Produkt nur, solange seine Verpackung intakt ist. Worauf es bei Lagerort, Lagerdauer und der Kontrolle vor der Anwendung ankommt.
Sterilgut sind Medizinprodukte, die steril verpackt sind oder sterilisiert wurden, zum Beispiel Instrumente, Kompressen und Spritzen. Sterilität ist keine dauerhafte Eigenschaft des Inhalts. Sie hängt davon ab, dass die Verpackung unversehrt bleibt. Deshalb entscheiden Lagerort, Umgang und Kontrolle darüber, ob ein Artikel am Ende noch verwendet werden darf.
So sollte der Lagerort aussehen
- Trocken: Feuchtigkeit kann die Barrierewirkung der Verpackung beeinträchtigen.
- Staubgeschützt: am besten in geschlossenen Schränken oder Schubladen.
- Lichtgeschützt: Sonnenlicht kann Verpackungsmaterial altern lassen.
- Temperatur: Normale Raumtemperatur ohne starke Schwankungen, also nicht neben Heizung oder Autoklav.
- Getrennt: Sterile und unsterile Artikel klar trennen.
- Ohne Druck: Packungen nicht quetschen, knicken oder mit Gummibändern bündeln.
Wie lange ist Sterilgut haltbar?
Für im Haus aufbereitetes Sterilgut unterscheidet die DIN 58953-8 zwischen geschützter Lagerung, etwa in Schränken und Schubladen. Das Gegenstück ist die ungeschützte Lagerung. Die Dauer hängt von Verpackung und Lagerart ab. Fachliche Zusammenfassungen nennen für Sterilbarrieresystem plus Schutzverpackung bis zu fünf Jahre, sofern der Hersteller nicht weniger vorgibt. Für einfach verpackte Ware fallen die Zeiten deutlich kürzer aus.
Die Angaben schwanken je nach Quelle und Fassung. Legen Sie die Fristen für Ihre Einrichtung anhand der aktuellen Norm und der Herstellerangaben Ihrer Verpackung fest und halten Sie sie im Hygieneplan fest. Bei gekauftem Sterilgut gilt das aufgedruckte Verfallsdatum.
Kennzeichnung im Haus
Selbst aufbereitetes Sterilgut sollte erkennbar machen: Inhalt, Sterilisationsdatum, Charge und Lager- oder Verfallsdatum. Die Lagerfrist beginnt mit der Freigabe nach der Sterilisation. Passende Beutel und Container finden Sie unter Sterilisationsverpackungen und -behälter, Geräte und Indikatoren unter Sterilisation.
Kontrolle vor der Anwendung
- Verpackung unbeschädigt, trocken und sauber?
- Verfalls- oder Lagerdatum nicht überschritten?
- Bei Eigenaufbereitung: Indikator umgeschlagen und Charge freigegeben?
- Inhalt passend zum Eingriff?
Wenn eine Frage mit Nein beantwortet wird, wird der Artikel nicht verwendet. Einmalprodukte werden entsorgt, Mehrwegware erneut aufbereitet.
Gekauft oder selbst aufbereitet?
| Gekauftes Sterilgut | Selbst aufbereitetes Sterilgut | |
|---|---|---|
| Frist | Verfallsdatum des Herstellers | Festlegung der Einrichtung anhand Norm und Verpackung |
| Nachweis | Kennzeichnung und Charge auf der Packung | Dokumentation der Aufbereitung und Freigabe |
| Lagerung | Nach Herstellerangabe | Nach Hygieneplan |
Für die Aufbereitung gelten besondere Anforderungen. Maßgeblich ist die gemeinsame Empfehlung von KRINKO und BfArM zur Aufbereitung von Medizinprodukten, dazu kommt die Medizinprodukte-Betreiberverordnung. Abschnitt 5.4 der TRBA 250 behandelt die Instrumentenaufbereitung aus Sicht des Arbeitsschutzes.
Ordnung im Schrank
Ein einfaches System verhindert die meisten Probleme. Sortieren Sie nach Art und Größe, die kürzeste Frist liegt vorn. Einmal im Monat prüft eine benannte Person die Daten und nimmt Artikel heraus, die bald ablaufen. Halten Sie die Bestände klein, die Sie selbst aufbereiten, denn eine lange Lagerdauer bringt im Alltag keinen Vorteil. Hände werden vor dem Griff ins Sterilgut desinfiziert. Wer nur eine Packung braucht, holt nicht den ganzen Stapel heraus.
Typische Fehler
- Lagerung im offenen Regal direkt am Handwaschplatz
- Packungen im Behandlungsraum griffbereit, aber dauerhaft ungeschützt
- Neue Ware vor der alten eingeräumt
- Umverpackungen im Reinbereich geöffnet
Mehr zur Bestandsführung lesen Sie im Beitrag Verbrauchsmaterial planen. Instrumente und Zubehör stehen in der Kategorie Instrumente und OP-Bedarf.
Ein Beispiel für Verpackung als Meterware ist die MELAfol+ Sterilisationsverpackung.
Quellen
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information für Fachkreise und wurde nach bestem Wissen erstellt. Er ersetzt keine rechtliche oder medizinische Beratung im Einzelfall. Maßgeblich sind die jeweils aktuellen Vorschriften und die Angaben der Hersteller. Für Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr.